
Colomba Pasquale
Die italienische Ostertaube – ein Hefekuchen wie Panettone, nur in Taubenform und mit Mandelkruste.
- Vorbereitung
- 1 Std.
- Koch-/Backzeit
- 45 Min.
- Gesamt
- 16 Std. 45 Min.
- Schwierigkeit
- Anspruchsvoll
- Kalorien
- 420 kcal
- Portionen
- 12 Stücke
- Vorbereiten
- 1 Std.
- Kochen & Backen
- 45 Min.
- Ruhen & Ziehen
- 15 Std.
Davon 1 Std. 45 Min. aktiv am Herd – der Rest läuft von allein.
Die italienische Ostertaube – ein Hefekuchen wie Panettone, nur in Taubenform und mit Mandelkruste. Technisch ist die Colomba eine Panettone-Variante: derselbe fett- und zuckerreiche Teig, dieselbe zweistufige Führung. Was sie unterscheidet, ist die Glasur aus Mandeln und Eiweiß, die im Ofen zu einer knusprigen Kruste wird.
Warum das funktioniert
Wie beim Panettone ist die zweistufige Teigführung keine Tradition, sondern Notwendigkeit: Fett legt sich zwischen die Glutenstränge und Zucker entzieht der Hefe osmotisch Wasser – in einem Durchgang könnte dieser Teig nie ein tragfähiges Gerüst bilden. Im ersten Teig sind beide noch niedrig genug, dass sich über Nacht ein starkes Klebergerüst entwickelt; erst danach kommen Butter, Eigelb und Zucker portionsweise dazu. Die Glasur ist die eigentliche Besonderheit der Colomba und funktioniert wie eine Makronenmasse: Eiweiß und Zucker bilden im Ofen ein festes Netz, die Mandeln liefern Fett und verhindern, dass es zu hart wird. Weil sie **vor** dem Backen aufgetragen wird und der Teig darunter noch aufgeht, reißt sie kontrolliert auf – daher die charakteristische Krakelierung. Aufgetragen nach dem Backen bliebe sie glatt und würde abblättern.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1
Ersten Teig kneten
Lös die Hefe im lauwarmen Wasser auf und knete sie mit Mehl und Zucker zehn Minuten glatt. Gib die Eigelbe einzeln dazu, dann die Butter würfelweise – erst wenn das vorige Stück eingearbeitet ist, kommt das nächste.
- 2
Über Nacht gehen lassen
Lass den Teig abgedeckt bei etwa 20 Grad zwölf Stunden gehen, bis er sich verdreifacht hat. Verdoppelt reicht nicht: Das Klebergerüst muss die zweite Zucker- und Fettladung tragen können.
- 3
Zweiten Teig aufbauen
Gib Mehl und Salz dazu und knete zehn Minuten. Dann abwechselnd Zucker, Eigelb und Butter in kleinen Portionen unterarbeiten, dazu Vanille und Orangenschale – insgesamt etwa vierzig Minuten. Bleibt die Teigtemperatur über 26 Grad, pausier und stell die Schüssel kurz kalt.
- 4
Orangeat und Form
Heb das Orangeat nur kurz unter, höchstens eine Minute. Teil den Teig in zwei Stränge, leg sie kreuzweise in die Colomba-Form – der längere wird der Körper, der kürzere die Flügel. Vier bis fünf Stunden gehen lassen, bis der Teig den Rand fast erreicht.
- 5
Glasieren und backen
Verrühr Eiweiß, gemahlene Mandeln und Zucker zu einer streichfähigen Masse und verteil sie **vor** dem Backen auf dem gegangenen Teig. Ganze Mandeln und Hagelzucker darüberstreuen. Bei 165 °C etwa 45 Minuten backen, bis die Kerntemperatur 94 Grad erreicht. Danach kopfüber aufhängen wie einen Panettone.
Unsere besten Tipps
- Die Glasur kommt vor dem Backen auf den Teig. Nur so reißt sie beim Aufgehen kontrolliert auf und ergibt die typische Krakelierung – danach aufgetragen blättert sie ab.
- Colomba-Papierformen gibt es im Backbedarf. Ersatzweise funktioniert eine große Kastenform, dann fehlt nur die Taubenform, nicht der Geschmack.
- Kopfüber auskühlen lassen, genau wie beim Panettone. Die Krume ist heiß noch nicht stabil und sackt aufrecht unter dem eigenen Gewicht zusammen.
Leckere Varianten
Mit Schokolade
Orangeat durch 200 g grob gehackte dunkle Schokolade ersetzen. In Italien inzwischen die meistverkaufte Variante, gerade bei Familien mit Kindern.
Ohne Orangeat
Stattdessen die doppelte Menge Orangenschale und 100 g Rosinen. Für alle, die kandierte Früchte nicht mögen – der Orangenton bleibt erhalten.
Was bleibt übrig?
Dieses Rezept braucht nur die Eigelbe. Das Eiweiß hält sich drei Tage im Kühlschrank und lässt sich einfrieren – wegwerfen muss es niemand.
Dieses Rezept braucht nur das Eiweiß. Für die Eigelbe gibt es bessere Wege als den Mülleimer.
Nährwerte
| Kalorien | 420 kcal |
|---|---|
| Eiweiß | 8 g |
| Kohlenhydrate | 54 g |
| – davon Zucker | 33 g |
| Fett | 19 g |
| Ballaststoffe | 3 g |
Woraus die 420 kcal kommen
je Portion
Aus den Zutaten berechnet – so rechnen wir
Wir addieren die Referenzwerte aller Zutaten und teilen durch die Portionszahl. Diese Annahmen stecken darin:
- Referenzwerte je 100 g – für die rohe Zutat, so wie sie in der Liste steht.
- Dosenware zählt mit Abtropfgewicht, Fleisch am Knochen mit Einkaufsgewicht: Von einem Hähnchenschenkel isst man rund 70 Prozent, den Rest lässt man liegen.
- Beim Kochen verdampft Wasser. Die Energie bleibt im Topf, das Gewicht nicht – die Angabe gilt deshalb pro Portion, nicht pro 100 g fertiges Gericht.
- Was ohne Menge dasteht – „Salz und Pfeffer“ –, zählt nicht mit.
Ein Richtwert, keine Laborangabe: Zwei Zwiebeln wiegen nicht gleich viel, und der Fettgehalt schwankt von Packung zu Packung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zum Panettone?
Der Teig ist fast identisch. Unterschiedlich sind die Form – eine Taube statt eines Zylinders – die Mandelglasur auf der Oberfläche und die Füllung: Colomba enthält traditionell nur kandierte Orangenschale, keine Rosinen.
Wie viele Kalorien hat ein Stück Colomba?
Rund 420 kcal pro Stück bei zwölf Stücken. Die Mandelglasur trägt allein etwa 90 kcal je Stück bei und ist zugleich das Kennzeichen des Gebäcks.
Warum reißt die Glasur auf?
Weil sie vor dem Backen aufgetragen wird und der Teig darunter weiter aufgeht. Die Krakelierung ist gewollt und das Erkennungsmerkmal einer Colomba – eine glatte Glasur bedeutet, dass sie zu spät aufgetragen wurde.
Wie lange hält sich Colomba?
In einem verschlossenen Beutel etwa acht Tage, und wie beim Panettone wird sie in den ersten drei Tagen sogar besser. Der hohe Fett- und Zuckeranteil wirkt konservierend.
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