
Chiacchiere
Hauchdünn ausgerollte Teigbänder aus dem italienischen Karneval, die beim Hineinbeißen laut krachen.
- Vorbereitung
- 40 Min.
- Koch-/Backzeit
- 20 Min.
- Gesamt
- 1 Std. 30 Min.
- Schwierigkeit
- Mittel
- Kalorien
- 392 kcal
- Portionen
- 6 Portionen
- Vorbereiten
- 40 Min.
- Kochen & Backen
- 20 Min.
- Ruhen & Ziehen
- 30 Min.
Davon 1 Std. aktiv am Herd – der Rest läuft von allein.
Roll den Teig dünner aus, als es sich richtig anfühlt: unter 1 mm, sonst bleiben die Blasen aus. Dazu Öl bei 170 °C und ein Schuss Wein im Teig, mehr braucht es nicht. Zutaten hat man im Haus, und in gut anderthalb Stunden liegt ein ganzer Berg auf dem Tisch.
Warum das funktioniert
Im Teig steckt Wasser. Bei 170 °C verdampft es schlagartig und hebt die Teigschicht von innen an, bevor sie fest wird. Ist der Teig dicker als 1 mm, liegt zu viel Masse darüber, und der Dampf entweicht seitlich statt Blasen zu bilden. Deshalb entscheidet die letzte Umdrehung am Nudelholz über das Ergebnis, nicht die Zutatenliste.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1
Teig kneten
Verknete Mehl, Eier, Zucker, weiche Butter, Wein, Zitronenschale und Salz 8 Minuten zu einem festen, glatten Teig. Er ist fester als Nudelteig und fühlt sich trocken an. Wickel ihn ein und lass ihn 30 Minuten ruhen, sonst zieht er sich beim Ausrollen zurück.
- 2
Sehr dünn ausrollen
Roll den Teig portionsweise auf unter 1 mm aus, bis du die Arbeitsfläche durchscheinen siehst. Daran steht und fällt das Rezept. Mit der Nudelmaschine geht es leichter: bis zur vorletzten Stufe durchlassen.
- 3
Bänder schneiden
Schneide mit dem Teigrädchen Rechtecke von etwa 10 × 4 cm. Ritz jedes einmal längs in der Mitte ein. Durch diesen Schlitz entweicht ein Teil des Dampfes, sodass sich das Band wellt statt sich zur Kugel aufzublähen.
- 4
Bänder ausbacken
Erhitz das Öl auf 170 °C und back immer nur wenige Bänder gleichzeitig, etwa 40 Sekunden je Seite. Sie sind fertig, wenn sie blass goldgelb sind und Blasen werfen. Braun werden sie nicht – dann schmecken sie bitter. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
- 5
Handwarm zuckern
Bestäub die noch handwarmen Chiacchiere großzügig mit Puderzucker. Ganz kalt haftet er schlecht, kochend heiß schmilzt er und verklebt. Frisch gebacken sind sie am besten.
Unsere besten Tipps
- Kein Weißwein da? Grappa, Marsala oder Rum gehen genauso – der Alkohol hält den Teig zart und treibt die Blasen mit.
- Die Öltemperatur wirklich messen. Sind es 20 °C zu wenig, saugen sich die Bänder mit Fett voll. Nach jeder Portion wieder aufheizen lassen.
- Fisch die Krümel mit einem Sieb aus dem Öl, bevor die nächste Fuhre hineingeht. Sie verbrennen und färben die Bänder dunkel.
Leckere Varianten
Im Ofen
Bei 190 °C etwa 8 Minuten backen, vorher dünn mit Öl bepinseln. Sie werden knusprig, aber nicht blasig.
Mit Kakao
Zwei Esslöffel Mehl durch Kakao ersetzen und mit Puderzucker bestäuben. In Neapel heißen sie dann Bugie al cacao.
Nährwerte
| Kalorien | 392 kcal |
|---|---|
| Eiweiß | 8 g |
| Kohlenhydrate | 55 g |
| – davon Zucker | 17 g |
| Fett | 15 g |
| Ballaststoffe | 2 g |
Geschätzt statt gerechnet – warum
Hier landet ein Teil der Zutaten nicht auf dem Teller: Frittieröl bleibt größtenteils in der Pfanne, bei einer Brühe wandern die Feststoffe in den Abfall. Wie viel davon im Essen ankommt, lässt sich nicht ausrechnen – einen Liter Öl mitzuzählen ergäbe das Fünffache, ihn wegzulassen ein fettfrei gebackenes Gericht. Deshalb steht hier eine redaktionelle Schätzung statt einer Summe, die verlässlich aussähe und es nicht wäre.
Ein Richtwert, keine Laborangabe: Zwei Zwiebeln wiegen nicht gleich viel, und der Fettgehalt schwankt von Packung zu Packung.
Häufige Fragen
Wie viele Kalorien haben Chiacchiere?
Etwa 390 kcal pro Portion von rund fünf Stück. Die Zahl ist geschätzt: Wie viel Frittierfett am Gebäck bleibt, entscheidet die Öltemperatur. Bei 170 °C ist es deutlich weniger als bei 150.
Warum werfen meine Chiacchiere keine Blasen?
Fast immer, weil der Teig zu dick war. Unter 1 mm muss er sein, damit der Dampf die Schicht anheben kann. Der zweithäufigste Grund ist zu kaltes Öl.
Wie heißen sie in Italien noch?
Je nach Region Frappe, Galani, Bugie, Crostoli, Cenci oder Sfrappole. Es gibt über zwanzig Namen für dasselbe Gebäck. Die Unterschiede liegen im Alkohol im Teig und in der Form.
Wie lange halten sie sich?
In einer offenen Schale etwa drei Tage. Luftdicht verschlossen werden sie zäh, weil die Restfeuchte zurück in den Teig zieht. Einfrieren lohnt nicht, sie verlieren dabei den Biss.
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