
Spritz selber machen
Bitter, Schaumwein, Soda – drei Bausteine, und aus einem Rezept werden alle Spritz-Varianten der italienischen Aperitivo-Karte.
- Vorbereitung
- 5 Min.
- Koch-/Backzeit
- –
- Gesamt
- 5 Min.
- Schwierigkeit
- Einfach
- Kalorien
- 175 kcal
- Portionen
- 1
Bitter, Schaumwein, Soda – drei Bausteine, und aus einem Rezept werden alle Spritz-Varianten der italienischen Aperitivo-Karte. Das Verhältnis 3:2:1 bleibt immer gleich, nur der Bitter entscheidet, ob der Drink süß und mild wird oder herb und erwachsen. Wähl deine Kombination, das Handwerk dahinter ist bei allen identisch.
Warum das funktioniert
Alle Spritz-Varianten teilen dieselbe Physik, und deshalb funktioniert ein Baukasten hier überhaupt. Aperitivo-Bitter enthalten so viel Zucker, dass sie mit rund 1,05 Gramm pro Milliliter merklich schwerer sind als Schaumwein mit knapp unter 1,0 – der Bitter sinkt nach dem Eingießen von allein nach unten und erzeugt dabei eine langsame Strömung, die den Drink ohne Rühren durchmischt. Das ist kein Detail, sondern der Grund für die Reihenfolge: Jedes Rühren treibt Kohlensäure aus, die nur unter Kälte und Druck in Lösung bleibt. Was sich zwischen den Varianten ändert, ist ausschließlich der Bitteranteil – Aperol bringt 11 Prozent Alkohol und viel Zucker, Campari 25 Prozent und deutlich mehr Bitterstoffe, und genau diese zwei Zahlen erklären den gesamten Geschmacksunterschied.
Bau dir dein Rezept
Wähle in jeder Zeile eine Variante. Zutaten, Schritte, Kochmodus und Einkaufsliste stellen sich sofort darauf ein.
Deine Auswahl: Aperol · Prosecco · Orangenscheibe
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Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1
Glas vorkühlen
Stell ein großes Weinglas mit Stiel zehn Minuten ins Gefrierfach oder spül es mit Eiswasser aus. Ein vorgekühltes Glas verlangsamt das Schmelzen des Eises spürbar, und das entscheidet darüber, ob der Spritz nach zehn Minuten noch schmeckt oder nur noch nach kaltem Wasser. Wer den Schritt auslässt, merkt es nicht beim ersten, sondern beim letzten Schluck.
- 2
Eis großzügig einfüllen
Füll das Glas zu mindestens drei Vierteln mit großen Eiswürfeln. Das wirkt nach zu viel und ist genau richtig: Eine große kalte Masse schmilzt langsamer als ein paar einzelne Würfel, weil das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen kleiner ist. Zu wenig Eis ist der häufigste Fehler überhaupt und der einzige, den man später nicht mehr korrigieren kann.
- 3
Schaumwein zuerst
Neig das Glas leicht und gieß den eiskalten Schaumwein am Rand entlang ein, nicht mittig hinein. So schlägt die Flüssigkeit weniger auf und behält deutlich mehr Kohlensäure. Der Schaumwein bildet die leichtere Basis, auf die alles Weitere gesetzt wird – deshalb kommt er vor dem Bitter ins Glas und nicht danach.
- 4
Bitter langsam hinterher
Gieß den Bitter langsam nach. Er ist schwerer als der Schaumwein und sinkt von allein nach unten, wobei er auf dem Weg eine Strömung erzeugt, die den Drink durchmischt. Genau deshalb wird nicht gerührt: Jede Bewegung mit dem Löffel kostet Kohlensäure, und der Effekt stellt sich ohnehin von selbst ein. Der Farbverlauf im Glas ist kein Zufall, sondern die sichtbare Dichte.
- 5
Soda, Garnitur, sofort servieren
Gib einen kurzen Schuss Sodawasser dazu – er bringt Süße und Bitterkeit in Balance und macht den Drink trinkbar statt sirupartig. Setz die Garnitur ein und reich das Glas sofort. Ein Spritz ist kein Getränk, das wartet: Nach zehn Minuten hat er Kohlensäure verloren und Schmelzwasser gewonnen, und beides schmeckt man.
Unsere besten Tipps
- Das Verhältnis 3:2:1 aus Schaumwein, Bitter und Soda ist der offizielle Standard und trägt jede Variante. Wer es einmal wirklich abmisst, braucht es danach nie wieder.
- Alle Zutaten müssen vor dem Mischen kalt sein, auch der Bitter. Eine Flasche bei Zimmertemperatur schmilzt das Eis, und Schmelzwasser ist der Unterschied zwischen einem guten und einem müden Spritz.
- Bei Campari und Cynar lohnt ein Schuss Soda mehr als beim Aperol. Die höhere Bitterkeit braucht mehr Verdünnung, sonst kippt der Drink ins Medizinische.
Leckere Varianten
Spritz für die Karaffe
Für mehrere Gäste alles außer dem Eis im Verhältnis 3:2:1 in einer Karaffe ansetzen und kalt stellen. Erst beim Servieren über Eis gießen, sonst verwässert die ganze Menge auf einmal.
Weniger Zucker
Den Schaumwein als Brut Nature statt Extra Dry wählen und den Bitteranteil auf 45 ml senken. Das spart rund 30 Kilokalorien pro Glas, ohne dass der Drink dünn wird.
Nährwerte
| Kalorien | 175 kcal |
|---|---|
| Eiweiß | 0.3 g |
| Kohlenhydrate | 19 g |
| – davon Zucker | 17.6 g |
| Fett | 0 g |
| Ballaststoffe | 0.6 g |
Woraus die 175 kcal kommen
je Portion
Aus den Zutaten berechnet – so rechnen wir
Wir addieren die Referenzwerte aller Zutaten und teilen durch die Portionszahl. Diese Annahmen stecken darin:
- Referenzwerte je 100 g – für die rohe Zutat, so wie sie in der Liste steht.
- Dosenware zählt mit Abtropfgewicht, Fleisch am Knochen mit Einkaufsgewicht: Von einem Hähnchenschenkel isst man rund 70 Prozent, den Rest lässt man liegen.
- Beim Kochen verdampft Wasser. Die Energie bleibt im Topf, das Gewicht nicht – die Angabe gilt deshalb pro Portion, nicht pro 100 g fertiges Gericht.
- Was ohne Menge dasteht – „Salz und Pfeffer“ –, zählt nicht mit.
- Bei Baukasten-Rezepten gilt die Zahl für die Standardauswahl. Eine andere Kombination verschiebt sie, manchmal deutlich.
Ein Richtwert, keine Laborangabe: Zwei Zwiebeln wiegen nicht gleich viel, und der Fettgehalt schwankt von Packung zu Packung.
Häufige Fragen
Für welche Kombination gelten die Nährwerte?
Für die Standardauswahl: Prosecco, Aperol und eine Orangenscheibe. Andere Kombinationen liegen zum Teil deutlich daneben – Campari bringt mehr Alkohol und damit mehr Energie, der alkoholfreie Bitter dagegen rund ein Drittel weniger.
Wie viele Kalorien hat ein Spritz?
Mit Prosecco und Aperol liegt ein Glas bei etwa 175 kcal, mit Campari bei rund 220 kcal, mit alkoholfreiem Bitter und alkoholfreiem Sekt bei etwa 75 kcal. Den Löwenanteil macht in allen Fällen der Zucker im Bitter aus, nicht der Alkohol.
Was ist der Unterschied zwischen Aperol und Aperol Spritz?
Aperol ist der Likör allein, ein Aperitivo-Bitter mit 11 Prozent Alkohol. Aperol Spritz ist der fertige Drink daraus – Prosecco, Aperol und Soda im Verhältnis 3:2:1 über viel Eis. Pur getrunken ist Aperol den meisten deutlich zu süß.
Kann ich Spritz mit Sprite oder Limonade machen?
Möglich, aber es ist dann kein Spritz mehr, sondern ein sehr süßer Longdrink. Sodawasser ist ungesüßt und hat genau die Aufgabe, den zuckerreichen Bitter zu strecken. Mit Limonade addierst du Zucker zu Zucker.
Muss Aperol in den Kühlschrank?
Muss nicht, hilft aber. Durch den Zucker und den niedrigen Alkoholgehalt verdirbt Aperol nicht, eine kalte Flasche schmilzt aber weniger Eis. Nach dem Öffnen bleibt er ein Jahr und länger gut, verliert mit der Zeit nur an Frische.
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