
Roscón de Reyes
Spanischer Dreikönigskranz aus Hefeteig mit Orangenblütenwasser – der Duft, an dem in Spanien der 6. Januar hängt.
- Vorbereitung
- 40 Min.
- Koch-/Backzeit
- 22 Min.
- Gesamt
- 12 Std. 2 Min.
- Schwierigkeit
- Mittel
- Kalorien
- 327 kcal
- Portionen
- 12 Stücke
- Vorbereiten
- 40 Min.
- Kochen & Backen
- 22 Min.
- Ruhen & Ziehen
- 11 Std.
Davon 1 Std. 2 Min. aktiv am Herd – der Rest läuft von allein.
Spanischer Dreikönigskranz aus Hefeteig mit Orangenblütenwasser – der Duft, an dem in Spanien der 6. Januar hängt. Anders als der französische Blätterteigkuchen zum selben Anlass ist der Roscón ein weiches Hefegebäck, belegt mit kandierten Früchten, die die Edelsteine einer Krone darstellen. Zwei Figuren sind versteckt: eine bringt Glück, die andere zahlt den Kuchen.
Warum das funktioniert
Der Duft des Roscón entsteht nicht beim Backen, sondern wird hineingegeben – Orangenblütenwasser ist ein Destillat, dessen Aromastoffe flüchtig sind und die Hitze nur zum Teil überstehen. Deshalb kommt es in den Teig und nicht in einen Guss obendrauf, wo es verfliegen würde. Der zweite Baustein ist die kalte Führung über Nacht: Bei acht Grad arbeitet die Hefe stark verlangsamt weiter, produziert aber weiterhin Aromavorstufen und organische Säuren. Genau daraus entsteht die Tiefe, die ein in vier Stunden durchgezogener Hefeteig nie hat. Die Krume wird dabei zugleich feiner, weil sich langsam gebildete Gasblasen gleichmäßiger verteilen als schnell getriebene.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1
Teig kneten
Lös die Hefe in der lauwarmen Milch auf und knete sie mit Mehl, Zucker, Eiern, Salz, Orangenblütenwasser und den Schalen etwa acht Minuten. Gib dann die weiche Butter portionsweise dazu und knete weiter, bis der Teig glänzend ist und sich vom Schüsselrand löst – das dauert noch einmal zehn Minuten und fühlt sich lange falsch an.
- 2
Über Nacht kalt gehen lassen
Deck den Teig ab und stell ihn zehn bis zwölf Stunden in den Kühlschrank. Er geht dabei langsam auf und entwickelt genau das Aroma, das ihn vom gewöhnlichen Hefezopf unterscheidet. Ein schneller Gang bei Raumtemperatur ergibt einen Kranz, der nach nichts als Hefe schmeckt.
- 3
Kranz formen
Nimm den kalten Teig heraus, drück ihn flach und stich mit den Fingern ein Loch in die Mitte, das du vorsichtig auf etwa 15 cm weitest. Der Ring soll deutlich größer wirken als gewollt, denn beim Gehen und Backen schließt sich die Öffnung erheblich. Jetzt die Figuren von unten hineinschieben.
- 4
Zwei Stunden gehen lassen
Setz den Kranz auf ein Blech und lass ihn abgedeckt bei Raumtemperatur gehen, bis er sichtbar aufgegangen und weich ist. Aus dem Kühlschrank braucht er dafür rund zwei Stunden. Erst danach bestreichen, sonst drückt man die Luft wieder heraus.
- 5
Belegen und backen
Bestreich den Kranz mit verquirltem Eigelb und verteil Orangeat, Mandeln und Hagelzucker darauf. Back ihn bei 180 °C Ober-/Unterhitze 20 bis 22 Minuten goldbraun. Deck ihn nach zwölf Minuten locker mit Folie ab, falls der Belag zu schnell dunkelt.
Unsere besten Tipps
- Orangenblütenwasser findet sich in gut sortierten Supermärkten, orientalischen Läden und Apotheken. Es ist nicht durch Orangensaft zu ersetzen – der Saft bringt Säure und Wasser, aber keinen einzigen der Duftstoffe.
- In Spanien wird der Roscón waagerecht aufgeschnitten und mit geschlagener Sahne gefüllt. Das ist keine Abwandlung, sondern die Regel – ungefüllt gilt er vielen als halber Kuchen.
- Traditionell stecken zwei Überraschungen drin: eine Figur bringt Glück, eine getrocknete Bohne verpflichtet zum Bezahlen des Kuchens. Beides in Backpapier wickeln und von unten einschieben.
Leckere Varianten
Mit Sahnefüllung
Den ausgekühlten Kranz waagerecht durchschneiden und mit 400 ml steif geschlagener Sahne füllen. Die spanische Standardversion – dann kühl lagern und am selben Tag essen.
Ohne kandierte Früchte
Statt Orangeat nur Mandeln und Hagelzucker. Sieht schlichter aus und ist bei Kindern deutlich beliebter, weil das Orangeat der häufigste Streitpunkt am Tisch ist.
Was bleibt übrig?
Dieses Rezept braucht nur die Eigelbe. Das Eiweiß hält sich drei Tage im Kühlschrank und lässt sich einfrieren – wegwerfen muss es niemand.
Nährwerte
| Kalorien | 327 kcal |
|---|---|
| Eiweiß | 7 g |
| Kohlenhydrate | 50 g |
| – davon Zucker | 19 g |
| Fett | 11 g |
| Ballaststoffe | 2 g |
Woraus die 327 kcal kommen
je Portion
Aus den Zutaten berechnet – so rechnen wir
Wir addieren die Referenzwerte aller Zutaten und teilen durch die Portionszahl. Diese Annahmen stecken darin:
- Referenzwerte je 100 g – für die rohe Zutat, so wie sie in der Liste steht.
- Dosenware zählt mit Abtropfgewicht, Fleisch am Knochen mit Einkaufsgewicht: Von einem Hähnchenschenkel isst man rund 70 Prozent, den Rest lässt man liegen.
- Beim Kochen verdampft Wasser. Die Energie bleibt im Topf, das Gewicht nicht – die Angabe gilt deshalb pro Portion, nicht pro 100 g fertiges Gericht.
- Was ohne Menge dasteht – „Salz und Pfeffer“ –, zählt nicht mit.
Ein Richtwert, keine Laborangabe: Zwei Zwiebeln wiegen nicht gleich viel, und der Fettgehalt schwankt von Packung zu Packung.
Häufige Fragen
Wie viele Kalorien hat ein Stück Roscón?
Etwa 325 kcal pro Stück bei zwölf Stücken – ungefüllt. Mit der in Spanien üblichen Sahnefüllung kommen rund 120 kcal pro Stück dazu.
Kann ich Orangenblütenwasser weglassen?
Man kann, aber dann ist es kein Roscón mehr, sondern ein Hefekranz. Der Duft ist das Kennzeichen dieses Gebäcks – gäbe es nur eine Zutat zu besorgen, wäre es diese.
Warum schließt sich das Loch in der Mitte?
Weil Hefeteig beim Gehen in alle Richtungen expandiert, auch nach innen. Deshalb wird die Öffnung von Anfang an deutlich größer geformt, als sie am Ende sein soll – 15 Zentimeter sehen übertrieben aus und sind richtig.
Was ist der Unterschied zur Galette des Rois?
Derselbe Anlass, zwei völlig verschiedene Kuchen. Der französische ist ein Blätterteigkuchen mit Mandelcreme, der spanische ein weicher Hefekranz mit Orangenblütenaroma. Gemeinsam ist ihnen die versteckte Figur.
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