
Cold Brew Kaffee
Kaffee, der zwölf Stunden kalt zieht statt zwei Minuten heiß – deutlich weniger Säure, deutlich mehr Süße.
- Vorbereitung
- 10 Min.
- Koch-/Backzeit
- –
- Gesamt
- 12 Std. 10 Min.
- Schwierigkeit
- Einfach
- Kalorien
- 1 kcal
- Portionen
- 4 Gläser
- Vorbereiten
- 10 Min.
- Ruhen & Ziehen
- 12 Std.
Davon 10 Min. aktiv am Herd – der Rest läuft von allein.
Kaffee, der zwölf Stunden kalt zieht statt zwei Minuten heiß – deutlich weniger Säure, deutlich mehr Süße. Cold Brew ist kein kalt gestellter Filterkaffee, sondern ein anderes Verfahren mit einem anderen Ergebnis: Ohne Hitze lösen sich bestimmte Säuren und Bitterstoffe schlicht nicht aus dem Pulver. Einmal angesetzt, hat man eine Woche lang Eiskaffee im Kühlschrank.
Warum das funktioniert
Extraktion ist temperaturabhängig, und zwar nicht gleichmäßig für alle Stoffe. Die Chlorogensäuren und ein großer Teil der bitteren Röststoffe brauchen Hitze, um in Lösung zu gehen – bei Zimmertemperatur bleiben sie überwiegend im Pulver zurück, egal wie lange man wartet. Koffein und die süßlichen Zucker- und Karamellverbindungen lösen sich dagegen auch kalt, nur langsamer. Genau daraus ergibt sich das Profil von Cold Brew: Er enthält messbar weniger Säure als heiß gebrühter Kaffee, schmeckt dadurch runder und süßer, und liefert trotzdem reichlich Koffein. Der grobe Mahlgrad ist dabei kein Detail: Feines Pulver hat so viel Oberfläche, dass über zwölf Stunden doch Bitterstoffe herausgelöst werden – und es lässt sich anschließend kaum vom Wasser trennen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1
Grob mahlen
Mahl die Bohnen grob, ungefähr so wie für eine French Press – die einzelnen Partikel sollen noch als Körner erkennbar sein. Fein gemahlener Kaffee hat zu viel Oberfläche und gibt über die lange Ziehzeit doch Bitterstoffe ab, außerdem lässt er sich am Ende kaum abseihen. Wer fertig gemahlenen Kaffee kauft, greift zur French-Press-Mahlung.
- 2
Ansetzen
Gib das Pulver in ein großes Glas oder eine Kanne und gieß das kalte Wasser darüber. Rühr einmal gründlich um, damit wirklich alles Pulver benetzt ist – trockene Nester schwimmen oben und tragen nichts bei. Das Verhältnis ist 1:10, also 100 Gramm auf einen Liter.
- 3
Zwölf bis achtzehn Stunden ziehen lassen
Verschließ das Gefäß und stell es in den Kühlschrank. Zwölf Stunden sind das Minimum, achtzehn das Maximum – danach werden auch kalt allmählich Bitterstoffe frei. Bei Zimmertemperatur geht es schneller, aber das Ergebnis wird herber, und bei Wärme kann der Ansatz zu gären beginnen.
- 4
Abseihen
Gieß den Ansatz durch ein feines Sieb, das mit einem Kaffeefilter oder einem Mulltuch ausgelegt ist. Lass ihn von allein durchlaufen und drück den Satz auf keinen Fall aus – beim Pressen treten genau die Bitterstoffe aus, die man zwölf Stunden lang vermieden hat. Das dauert einige Minuten, und die soll es dauern.
Unsere besten Tipps
- Das Konzentrat ist stark. Zum Trinken im Verhältnis 1:1 mit Wasser oder Milch über Eis verdünnen, sonst ist es fast schon Espresso-Stärke.
- Hell geröstete Bohnen ergeben fruchtige, säurebetonte Ergebnisse, dunkel geröstete schokoladige. Anders als beim Filterkaffee verzeiht Cold Brew dunkle Röstungen sehr gut, weil ohnehin kaum Bitterstoffe extrahiert werden.
- Einen Teil des fertigen Cold Brew in eine Eiswürfelform füllen und einfrieren. Diese Würfel verwässern den Kaffee im Glas nicht, sondern verstärken ihn.
Leckere Varianten
Cold Brew Tonic
60 ml Konzentrat über Eis, mit 150 ml Tonic Water auffüllen und eine Orangenzeste dazu. Die Bitterkeit des Chinins und die Süße des Kaffees passen überraschend gut zusammen.
Cold Brew mit Hafermilch
1:1 mit Hafermilch statt Wasser. Barista-Hafermilch hat einen höheren Fettanteil und flockt in der kalten, leicht sauren Flüssigkeit nicht aus.
Nährwerte
| Kalorien | 1 kcal |
|---|---|
| Eiweiß | 0 g |
| Kohlenhydrate | 0 g |
| – davon Zucker | 0 g |
| Fett | 0 g |
| Ballaststoffe | 0 g |
Geschätzt statt gerechnet – warum
Hier landet ein Teil der Zutaten nicht auf dem Teller: Frittieröl bleibt größtenteils in der Pfanne, bei einer Brühe wandern die Feststoffe in den Abfall. Wie viel davon im Essen ankommt, lässt sich nicht ausrechnen – einen Liter Öl mitzuzählen ergäbe das Fünffache, ihn wegzulassen ein fettfrei gebackenes Gericht. Deshalb steht hier eine redaktionelle Schätzung statt einer Summe, die verlässlich aussähe und es nicht wäre.
Ein Richtwert, keine Laborangabe: Zwei Zwiebeln wiegen nicht gleich viel, und der Fettgehalt schwankt von Packung zu Packung.
Häufige Fragen
Wie viele Kalorien hat Cold Brew?
Schwarz praktisch keine – rund 1 bis 2 kcal pro Glas, denn das Kaffeemehl wird abgeseiht und landet nicht im Getränk. Alles darüber kommt aus dem, was dazukommt: Ein Schuss Vollmilch bringt rund 30 kcal, ein Teelöffel Zucker etwa 20.
Wie lange hält sich Cold Brew?
Abgeseiht und verschlossen im Kühlschrank etwa eine Woche. Ungeseiht sollte er nicht länger als achtzehn Stunden stehen, weil danach doch Bitterstoffe in Lösung gehen.
Ist Cold Brew stärker als normaler Kaffee?
Das Konzentrat ja, das fertige Getränk nicht unbedingt. Durch das Verhältnis 1:10 steckt viel Kaffee in wenig Wasser, verdünnt man es 1:1, landet man ungefähr bei der Koffeinmenge eines kräftigen Filterkaffees.
Was ist der Unterschied zu Eiskaffee?
Eiskaffee ist heiß gebrühter Kaffee, der abgekühlt wird – er behält die Säuren und Bitterstoffe der Heißextraktion. Cold Brew zieht von Anfang an kalt und schmeckt dadurch spürbar süßer und weicher, mit deutlich weniger Säure.
Kann ich den Kaffeesatz weiterverwenden?
Zum Kaffeekochen nicht mehr, dafür ist er ausgelaugt. Im Garten funktioniert er als Zusatz zum Kompost, und getrocknet lässt er sich als Peeling verwenden.
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