
Campari Soda
Zwei Zutaten, kein Schaumwein, keine Diskussion – der italienische Aperitif in seiner kürzesten Form.
- Vorbereitung
- 3 Min.
- Koch-/Backzeit
- –
- Gesamt
- 3 Min.
- Schwierigkeit
- Einfach
- Kalorien
- 123 kcal
- Portionen
- 1
Zwei Zutaten, kein Schaumwein, keine Diskussion – der italienische Aperitif in seiner kürzesten Form. In Italien steht er in jeder Bar und wird in einem kleinen Glas serviert, nicht in einem großen; er ist zum Wachwerden vor dem Essen gedacht und nicht zum Nebenherstippen. Wer Aperol zu süß findet, ist hier richtig.
Warum das funktioniert
Campari ist mit 25 Prozent Alkohol mehr als doppelt so stark wie Aperol und bringt gleichzeitig deutlich mehr Bitterstoffe mit. Bitterkeit ist der einzige Grundgeschmack, den Menschen angeboren meiden – sie ist evolutionär ein Warnsignal für Giftstoffe – und genau deshalb funktioniert ein Aperitif: Der leichte Reiz regt die Speichel- und Magensaftproduktion an und macht Appetit. Das Sodawasser hat dabei eine präzise Aufgabe, die über Verdünnen hinausgeht: Kohlensäure bildet auf der Zunge Kohlensäure-Rezeptoren ab, die dieselben Bahnen nutzen wie leichte Schmerzreize, und lenkt damit einen Teil der Aufmerksamkeit von der Bitterkeit ab. Ohne Kohlensäure schmeckt derselbe Campari mit stillem Wasser spürbar bitterer.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1
Glas und Eis
Nimm einen niedrigen Tumbler und füll ihn zu zwei Dritteln mit großen Eiswürfeln. Das kleine Glas ist Absicht: Campari Soda ist kein Longdrink, den man eine Stunde lang trinkt, sondern ein kurzer Aperitif vor dem Essen.
- 2
Campari über das Eis
Gieß den Campari direkt über die Würfel. Er kühlt dabei sofort herunter, und das ist wichtiger, als es klingt: Kälte dämpft die Bitterwahrnehmung deutlich, ein lauwarmer Campari schmeckt ungleich schärfer.
- 3
Soda auffüllen
Füll mit eiskaltem Sodawasser auf, indem du das Glas leicht neigst und am Rand entlang eingießt. Nicht rühren. Das Soda mischt sich beim Einfüllen ausreichend ein, und jede Bewegung mit dem Löffel kostet Kohlensäure – die aber genau der Grund ist, warum das Getränk nicht zu bitter schmeckt.
- 4
Zeste ausdrücken
Halt die Orangenzeste mit der Schalenseite nach unten über das Glas und knick sie scharf, sodass die ätherischen Öle als feiner Nebel auf die Oberfläche spritzen. Anschließend über den Glasrand fahren lassen und hineingeben. Sofort servieren.
Unsere besten Tipps
- Das Verhältnis ist Geschmackssache und reicht von 1:2 bis 1:3. Wer Campari zum ersten Mal trinkt, fängt bei 1:3 an und arbeitet sich nach oben.
- Sodawasser mit kräftiger Kohlensäure nehmen, kein stilles Mineralwasser. Die Kohlensäure ist hier kein Sprudeleffekt, sondern das Gegenmittel zur Bitterkeit.
- Eine Scheibe Orange passt zum milden Einstieg, eine Zitronenzeste macht den Drink schärfer und trockener. Beides ist in Italien üblich.
Leckere Varianten
Americano
Je 30 ml Campari und roter Wermut, mit Soda aufgefüllt. Der Wermut bringt Süße und Kräuter hinein und macht den Drink deutlich zugänglicher.
Campari Tonic
Sodawasser durch Tonic Water ersetzen. Das Chinin im Tonic bringt eine zweite, ganz andere Bitterkeit mit – zusammen mit dem Zucker im Tonic ergibt das einen runderen Drink.
Nährwerte
| Kalorien | 123 kcal |
|---|---|
| Eiweiß | 0 g |
| Kohlenhydrate | 13 g |
| – davon Zucker | 13 g |
| Fett | 0 g |
| Ballaststoffe | 1 g |
Woraus die 123 kcal kommen
je Portion
Aus den Zutaten berechnet – so rechnen wir
Wir addieren die Referenzwerte aller Zutaten und teilen durch die Portionszahl. Diese Annahmen stecken darin:
- Referenzwerte je 100 g – für die rohe Zutat, so wie sie in der Liste steht.
- Dosenware zählt mit Abtropfgewicht, Fleisch am Knochen mit Einkaufsgewicht: Von einem Hähnchenschenkel isst man rund 70 Prozent, den Rest lässt man liegen.
- Beim Kochen verdampft Wasser. Die Energie bleibt im Topf, das Gewicht nicht – die Angabe gilt deshalb pro Portion, nicht pro 100 g fertiges Gericht.
- Was ohne Menge dasteht – „Salz und Pfeffer“ –, zählt nicht mit.
Ein Richtwert, keine Laborangabe: Zwei Zwiebeln wiegen nicht gleich viel, und der Fettgehalt schwankt von Packung zu Packung.
Häufige Fragen
Wie viele Kalorien hat ein Campari Soda?
Etwa 125 kcal pro Glas. Damit liegt er deutlich unter einem Aperol Spritz mit rund 175 kcal, weil Sodawasser keine Kalorien beiträgt und kein Prosecco im Spiel ist.
Was ist der Unterschied zwischen Campari und Aperol?
Campari hat 25 Prozent Alkohol, Aperol nur 11. Campari ist deutlich bitterer und weniger süß, Aperol fruchtiger und zugänglicher. Beide stammen ursprünglich aus derselben Tradition italienischer Kräuterbitter.
Kann ich Campari Soda mit Tonic machen?
Ja, das ist als Campari Tonic verbreitet. Das Tonic bringt allerdings Zucker und mit dem Chinin eine zweite Bitternote mit – ein anderes Getränk, nicht nur eine Variante.
Enthält Campari noch Karmin?
Nein. Der Farbstoff aus Schildläusen wurde ab 2006 schrittweise durch einen künstlichen Farbstoff ersetzt. Campari ist damit auch für vegetarische und vegane Ernährung geeignet.
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