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Sauerteig ansetzen – fertig angerichtet und serviert

Sauerteig ansetzen

Mehl und Wasser, sieben Tage, einmal täglich füttern – mehr braucht es nicht.

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Vorbereitung
10 Min.
Koch-/Backzeit
Gesamt
168 Std. 10 Min.
Schwierigkeit
Mittel
Kalorien
33 kcal
Portionen
10 Portionen
Vorbereiten
10 Min.
Ruhen & Ziehen
168 Std.

Davon 10 Min. aktiv am Herd – der Rest läuft von allein.

Mehl und Wasser, sieben Tage, einmal täglich füttern – mehr braucht es nicht. Ein Sauerteig ist eine Kultur aus wilden Hefen und Milchsäurebakterien, die schon im Mehl sitzen. Du züchtest sie nicht, du gibst ihnen nur die Bedingungen, unter denen sie die Konkurrenz verdrängen.

Warum das funktioniert

Auf jedem Getreidekorn sitzen Hefen und Bakterien, darunter Milchsäurebakterien und diverse Verderbniskeime. In den ersten Tagen sind die falschen in der Überzahl, weshalb ein junger Ansatz oft unangenehm riecht. Das tägliche Füttern kehrt das Verhältnis um: Die Milchsäurebakterien senken den pH-Wert unter 4, und dieses saure Milieu verträgt kaum ein anderer Keim – die Kultur schützt sich also selbst. Roggenvollkornmehl ist der beste Starter, weil seine Schale die meisten Mikroorganismen und die meisten Enzyme mitbringt. Und die Temperatur entscheidet über den Geschmack: Bei 26 bis 28 Grad überwiegen milde Milchsäurebakterien, deutlich darunter setzen sich Essigsäurebildner durch und der Teig wird scharf-sauer.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Unsere besten Tipps

  • Roggenvollkornmehl zum Starten, auch wenn du später Weizenbrot backen willst. Seine Schale bringt die meisten Mikroorganismen mit und der Ansatz kommt zwei Tage früher in Gang.
  • 26 bis 28 Grad sind der Unterschied zwischen mild und scharf. Zu kühl aufgestellt setzen sich Essigsäurebildner durch, und das schmeckt man später im Brot.
  • Chlorhaltiges Leitungswasser kann die Kultur bremsen. Wasser eine Stunde offen stehen lassen, dann ist das Chlor entwichen.

Leckere Varianten

Weizensauerteig (Lievito madre)

Nach Tag 7 auf Weizenmehl Type 550 umstellen und über eine Woche mit weniger Wasser füttern (50 g Mehl, 25 ml Wasser). Ergibt einen festen, milden Ansatz für Panettone und italienische Brote.

Trocknen für den Notfall

Etwas Ansatz dünn auf Backpapier streichen, trocknen lassen und zerbröseln. In einem Glas hält er Jahre und lässt sich mit lauwarmem Wasser innerhalb von zwei Tagen wiederbeleben – die Versicherung gegen einen vergessenen Urlaub.

Was bleibt übrig?

In zwei Tagen ist das Brot hart. Das ist kein Problem, sondern der Anfang von drei weiteren Gerichten.

Nährwerte

Aus den Zutaten berechnet – so rechnen wir

Wir addieren die Referenzwerte aller Zutaten und teilen durch die Portionszahl. Diese Annahmen stecken darin:

  • Referenzwerte je 100 g – für die rohe Zutat, so wie sie in der Liste steht.
  • Dosenware zählt mit Abtropfgewicht, Fleisch am Knochen mit Einkaufsgewicht: Von einem Hähnchenschenkel isst man rund 70 Prozent, den Rest lässt man liegen.
  • Beim Kochen verdampft Wasser. Die Energie bleibt im Topf, das Gewicht nicht – die Angabe gilt deshalb pro Portion, nicht pro 100 g fertiges Gericht.
  • Was ohne Menge dasteht – „Salz und Pfeffer“ –, zählt nicht mit.

Ein Richtwert, keine Laborangabe: Zwei Zwiebeln wiegen nicht gleich viel, und der Fettgehalt schwankt von Packung zu Packung.

Wie wir Nährwerte rechnen →

Häufige Fragen

Mein Ansatz riecht nach Aceton – ist er kaputt?

Nein, er hat Hunger. Der Geruch entsteht, wenn die Hefen ihren Zucker aufgebraucht haben. Füttere ihn zwei- bis dreimal im Abstand von zwölf Stunden, dann normalisiert er sich. Wirklich verdorben ist er nur bei rosa, orangem oder pelzigem Schimmel – der gehört in den Müll, samt Glas.

Muss ich wirklich jeden Tag die Hälfte wegwerfen?

In der ersten Woche nicht – dort wird nur gefüttert, sonst hast du nach sieben Tagen kaum Kultur. Später im Kühlschrank ja: Ohne Wegnehmen wächst die Menge exponentiell. Der weggenommene Teil ist kein Abfall, er geht in Pfannkuchen, Waffeln und Cracker.

Woran erkenne ich, dass er backfertig ist?

Am Verdopplungstest: Nach dem Füttern muss er sich in vier bis sechs Stunden sichtbar verdoppeln und beim Aufschneiden gleichmäßig durchzogen sein. Ein Löffel davon muss in Wasser schwimmen. Riecht er säuerlich-fruchtig statt stechend, ist er reif.

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