
Grünkohl mit Pinkel
Norddeutscher Winterklassiker mit Pinkelwurst und Kassler – der Kohl schmort zwei Stunden, tiefgekühlt wie frisch.
- Vorbereitung
- 30 Min.
- Koch-/Backzeit
- 2 Std. 25 Min.
- Gesamt
- 2 Std. 55 Min.
- Schwierigkeit
- Einfach
- Kalorien
- 734 kcal
- Portionen
- 6
- Vorbereiten
- 30 Min.
- Kochen & Backen
- 2 Std. 25 Min.
Ein Topf, zwei Stunden Schmoren, zweimal umrühren – mehr Arbeit macht der Kohl nicht, sobald er im Sud liegt. Kürzer gegart bleibt er bissfest und herb, danach wird er weich und mild. Am zweiten Tag schmeckt er noch besser.
Warum das funktioniert
Bei Frost baut die Pflanze Stärke zu Zucker ab – das schützt ihre Zellen vor dem Erfrieren und macht den Kohl mild statt herb. Tiefgekühlte Ware hat denselben Vorgang hinter sich. Warte also nicht auf die erste Frostnacht, sondern nimm die Packung aus der Truhe.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1
Grünkohl vorbereiten
Zupf die Blätter von den Strünken, wasch sie gründlich und blanchier sie 3 Minuten. Abtropfen lassen, grob hacken. Tiefgekühlten Kohl kannst du direkt nehmen – blanchiert ist er schon.
- 2
Speck und Zwiebeln
Lass den Speck im Schmalz aus und schwitz die Zwiebeln darin glasig. Das ausgelassene Fett trägt hier den halben Geschmack – Grünkohl allein ist herb und braucht das Gegengewicht.
- 3
Kohl ansetzen
Gib den Grünkohl dazu, lass ihn zusammenfallen und gieß die Brühe an. Rühr Senf und Zucker ein. Der Senf nimmt dem Kohl die Bitterkeit, der Zucker stützt die Süße aus dem Frost.
- 4
Zwei Stunden schmoren
Deckel drauf, kleine Hitze, zwei Stunden schmoren. Rühr dabei ein- bis zweimal um und leg nach der ersten Stunde Kassler und Pinkelwurst obenauf. Die Grütze in der Pinkel zerfällt und bindet den Sud – Mehl braucht der Kohl nicht.
- 5
Herausnehmen und abschmecken
Nimm Kassler und Wurst heraus und schneide das Kassler in Scheiben. Erst jetzt salzen: Speck, Kassler und Pinkel geben über zwei Stunden reichlich Salz ab. Mit Pfeffer abschmecken, dazu Salzkartoffeln.
Unsere besten Tipps
- Koch gleich die doppelte Menge. Aufgewärmt am zweiten Tag ist er in Norddeutschland der eigentliche Grünkohl.
- Pinkelwurst gibt es außerhalb Norddeutschlands selten frisch – online bestellen oder beim Metzger vorbestellen, ersatzweise Mettenden nehmen.
- Die Wurst nicht einstechen. Sie platzt sonst auf und ihre Grütze verteilt sich, statt den Sud zu binden.
Leckere Varianten
Ohne Pinkel
Nimm Kochwurst und Mettenden. Dann fehlt die Grütze, die den Sud bindet – gib dafür 2 EL Haferflocken mit in den Topf.
Vegetarisch
Lass das Fleisch weg und nimm Räuchertofu, geräuchertes Paprikapulver und 3 EL Haferflocken für die Bindung. Der Rauchton ist das, worauf es ankommt.
Nährwerte
| Kalorien | 734 kcal |
|---|---|
| Eiweiß | 48 g |
| Kohlenhydrate | 13 g |
| – davon Zucker | 8 g |
| Fett | 52 g |
| Ballaststoffe | 12 g |
Woraus die 734 kcal kommen
je Portion
Aus den Zutaten berechnet – so rechnen wir
Wir addieren die Referenzwerte aller Zutaten und teilen durch die Portionszahl. Diese Annahmen stecken darin:
- Referenzwerte je 100 g – für die rohe Zutat, so wie sie in der Liste steht.
- Dosenware zählt mit Abtropfgewicht, Fleisch am Knochen mit Einkaufsgewicht: Von einem Hähnchenschenkel isst man rund 70 Prozent, den Rest lässt man liegen.
- Beim Kochen verdampft Wasser. Die Energie bleibt im Topf, das Gewicht nicht – die Angabe gilt deshalb pro Portion, nicht pro 100 g fertiges Gericht.
- Was ohne Menge dasteht – „Salz und Pfeffer“ –, zählt nicht mit.
Ein Richtwert, keine Laborangabe: Zwei Zwiebeln wiegen nicht gleich viel, und der Fettgehalt schwankt von Packung zu Packung.
Häufige Fragen
Muss Grünkohl wirklich Frost haben?
Nein. Frost macht ihn süßer, weil die Pflanze Stärke in Zucker umwandelt und sich so vor dem Erfrieren schützt. Tiefgekühlter Kohl hat denselben Vorgang hinter sich und ist ein vollwertiger Ersatz.
Wie viele Kalorien hat Grünkohl mit Pinkel?
Rund 730 kcal pro Portion bei sechs Portionen, ohne Kartoffeln. Speck, Kassler und Pinkel machen den Großteil aus – der Kohl selbst trägt etwa 70 kcal bei.
Was ist Pinkel?
Eine geräucherte Grützwurst aus Norddeutschland, mit Hafergrütze, Speck und Zwiebeln. Die Grütze zerfällt beim Schmoren und bindet den Kohl – deshalb ist sie mehr als nur eine Wurst dazu.
Warum so lange schmoren?
Weil die Blätter zäh sind. Ihre Zellwände zerfallen erst nach ein bis zwei Stunden Hitze. Kurz gegart bleibt Grünkohl bissfest und bitter, ganz gleich, wie viel Frost er hatte.
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