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Grünkohl mit Pinkel – fertig angerichtet und serviert

Grünkohl mit Pinkel

Norddeutscher Winterklassiker – und der Kohl braucht Frost oder eine lange Garzeit, nicht beides.

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Vorbereitung
30 Min.
Koch-/Backzeit
2 Std.
Gesamt
2 Std. 30 Min.
Schwierigkeit
Einfach
Kalorien
734 kcal
Portionen
6
Vorbereiten
30 Min.
Kochen & Backen
2 Std.

Norddeutscher Winterklassiker – und der Kohl braucht Frost oder eine lange Garzeit, nicht beides. Frost baut die Stärke im Blatt zu Zucker ab und macht den Kohl süß und zart; wer keinen abwartet, kauft ihn tiefgekühlt und erreicht dasselbe. Zwei Stunden Schmoren sind trotzdem nicht verhandelbar.

Warum das funktioniert

Grünkohl wird durch Frost süßer, und das ist keine Bauernregel, sondern Pflanzenphysiologie: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wandelt die Pflanze ihre Stärkereserven in Zucker um, weil gelöster Zucker den Gefrierpunkt des Zellsafts senkt und die Zellen vor dem Erfrieren schützt. Genau dieser Zucker macht den Kohl mild und zart. Tiefgekühlter Grünkohl hat denselben Vorgang im industriellen Frosten durchlaufen und ist deshalb ein vollwertiger Ersatz. Die lange Garzeit hat einen anderen Grund: Grünkohlblätter haben besonders zähe Zellwände aus Zellulose und Lignin, die erst nach ein bis zwei Stunden Hitze zerfallen. Kurz gegarter Grünkohl bleibt bissfest und bitter, egal wie viel Frost er hatte. Der Hafergrütze in der Pinkelwurst kommt eine dritte Rolle zu: Sie zerfällt beim Schmoren und bindet das Kochwasser, weshalb der Grünkohl ohne Mehl sämig wird.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Unsere besten Tipps

  • Tiefgekühlter Grünkohl ist kein Kompromiss. Das industrielle Frosten bewirkt denselben Stärkeabbau wie ein Nachtfrost auf dem Feld.
  • Erst am Ende salzen. Kassler, Speck und Pinkel geben über zwei Stunden erhebliche Mengen Salz ab.
  • Am zweiten Tag ist er besser. In Norddeutschland gilt aufgewärmter Grünkohl als der eigentliche – deshalb kocht man ihn traditionell in großen Mengen.

Leckere Varianten

Ohne Pinkel

Mit Kochwurst und Mettenden statt Pinkel. Dann fehlt die Hafergrütze, die den Kohl bindet – ersatzweise zwei Esslöffel Haferflocken mitschmoren.

Vegetarisch

Fleisch weglassen, dafür Räuchertofu, geräuchertes Paprikapulver und drei Esslöffel Haferflocken für die Bindung. Der Rauchton ist das, worauf es ankommt.

Nährwerte

Aus den Zutaten berechnet – so rechnen wir

Wir addieren die Referenzwerte aller Zutaten und teilen durch die Portionszahl. Diese Annahmen stecken darin:

  • Referenzwerte je 100 g – für die rohe Zutat, so wie sie in der Liste steht.
  • Dosenware zählt mit Abtropfgewicht, Fleisch am Knochen mit Einkaufsgewicht: Von einem Hähnchenschenkel isst man rund 70 Prozent, den Rest lässt man liegen.
  • Beim Kochen verdampft Wasser. Die Energie bleibt im Topf, das Gewicht nicht – die Angabe gilt deshalb pro Portion, nicht pro 100 g fertiges Gericht.
  • Was ohne Menge dasteht – „Salz und Pfeffer“ –, zählt nicht mit.

Ein Richtwert, keine Laborangabe: Zwei Zwiebeln wiegen nicht gleich viel, und der Fettgehalt schwankt von Packung zu Packung.

Wie wir Nährwerte rechnen →

Häufige Fragen

Muss Grünkohl wirklich Frost haben?

Frost macht ihn süßer, weil die Pflanze Stärke in Zucker umwandelt, um sich vor dem Erfrieren zu schützen. Tiefgekühlter Grünkohl hat denselben Vorgang durchlaufen und ist ein vollwertiger Ersatz.

Wie viele Kalorien hat Grünkohl mit Pinkel?

Rund 730 kcal pro Portion bei sechs Portionen, ohne Kartoffeln. Speck, Kassler und Pinkel machen den Großteil aus – der Kohl selbst trägt etwa 70 kcal je Portion bei.

Was ist Pinkel?

Eine geräucherte Grützwurst aus Norddeutschland mit Hafer- oder Gerstengrütze, Speck und Zwiebeln. Die Grütze zerfällt beim Schmoren und bindet den Kohl – deshalb ist sie mehr als nur eine Wurst dazu.

Warum so lange schmoren?

Grünkohlblätter haben besonders zähe Zellwände, die erst nach ein bis zwei Stunden Hitze zerfallen. Kurz gegart bleibt er bissfest und bitter, unabhängig davon, ob er Frost hatte.

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